Responsible Gambling: Sicher und kontrolliert spielen

Mann sitzt nachdenklich am Küchentisch mit Geldbörse, abends, allein in einer Wohnung.

Ich fang mal ehrlich an: Ich habe selbst Geld verprasst, das ich besser nicht angefasst hätte. Nicht weil ich dumm bin — sondern weil es langsam ging und ich es nicht bemerkt habe. Deshalb schreibe ich das hier so, wie ich es damals gerne gelesen hätte: direkt, ohne erhobenen Zeigefinger.

Wie du merkst, dass etwas schief läuft

Es gibt keinen Bluttest dafür. Aber es gibt Verhalten, das du beobachten kannst — an dir selbst, ehrlicher als jede Werbebroschüre:

Wenn dir auch nur zwei davon bekannt vorkommen, lies weiter. Wenn dir alle bekannt vorkommen — dann lies ganz besonders weiter.

Glücksspiel kann abhängig machen. Das ist kein Werbeslogan, das ist der Grund, warum es überhaupt Regeln, Limits und Sperrsysteme gibt. Und nein: Glücksspiel ist kein Einkommen. Es ist ein teures Vergnügen, bei dem das Haus auf Dauer gewinnt. Wer ein Geldproblem hat, löst das damit nicht. Verschärft es eher.

Werkzeuge, die dir tatsächlich zur Verfügung stehen

Bevor du irgendwo anrufst, gibt es ein paar Dinge, die du direkt in die Hand nehmen kannst:

Limits. Seriöse Anbieter in Österreich bieten Einsatzlimits, Einzahlungslimits und zeitweise Spielausschlüsse. Stell sie ein, bevor du einzahlst — nicht nachdem es brennt. Ich habe Limits immer erst nach einem schlechten Abend gesetzt. Falsche Reihenfolge.

Altersgrenze. In Österreich gilt für Online-Glücksspiel ein Mindestalter von 18 Jahren. Keine Ausnahmen, keine Grauzonen.

Lizenz prüfen. Melde dich nur in Online-Casinos an, die eine gültige Lizenz des Bundesministeriums für Finanzen vorweisen können. Die BMF-Whitelist ist die öffentliche Liste der Konzessionäre und Ausspielbewilligten — dort kannst du nachschauen, ob dein Anbieter draufsteht. Das ist wichtig: Bei Anbietern ohne österreichische Konzession bekommst du im Streitfall keine Unterstützung durch den österreichischen Rechtsstaat. Und nur Anbieter mit österreichischer Lizenz können die steuerliche Einordnung für Gewinne gewährleisten.

Selbstsperre auf Geräteebene. Tools wie Gamban (https://www.gamban.com) blockieren Glücksspielseiten und Apps auf deinen Geräten. Das ist kein Beichtstuhl, das ist eine Mauer — und Mauern helfen, wenn der Impuls stärker ist als der Vorsatz.

Schuldnerberatung. Wenn das Problem schon aufs Konto durchgeschlagen hat: Die staatlich anerkannte Schuldnerberatung (https://www.schuldnerberatung.at) kennt sich aus. Ohne Vorwurf, ohne Zirkus.

Wo du Hilfe bekommst — jetzt, nicht später

Das ist der wichtigste Abschnitt hier, also skippe ihn nicht.

Bundesinstitut für öffentliche Gesundheit bietet eine kostenlose telefonische Beratung zur Glücksspielsucht und zum problematischen Glücksspielverhalten. Nummer: 0800 1 37 27 00. Kostenlos heißt kostenlos. Wenn du nur einen Schritt machst, mach diesen.

Spielsuchthilfe (https://www.spielsuchthilfe.at) — Hilfsdienst für Spieler, Beratung und Unterstützung.

Fachstelle für Glücksspielsucht (https://www.fachstelle-gluecksspielsucht.at) — ebenfalls ein Hilfsdienst für Spieler, spezialisiert auf genau dieses Thema.

Anton Proksch Institut (https://www.antonprokschinstitut.at) — Forschungs- und Beratungsinstitut, falls du tiefer einsteigen willst, auch in die Frage, was mit dir los ist.

Bundeskurzhotline Spielsucht (https://www.bundeskurzhotline-spielsucht.at) — ein Kurzweg, wenn du mit jemandem sprechen willst, ohne ein ganzes Beratungsgespräch zu führen.

Stabsstelle für Spielerschutz beim Bundesministerium für Finanzen (https://www.bmf.gv.at) — die Behörde, die Spielerschutzkonzepte der Konzessionäre fachlich beurteilt, über Glücksspielrisiken informiert und die Suchtforschung unterstützt. Sie ist nach § 1 Abs. 4 Glücksspielgesetz eingerichtet. Klingt bürokratisch, ist aber die Stelle, die dafür sorgt, dass Spielerschutz nicht nur ein Kapitel in den AGB bleibt.

Auch das Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz (https://www.bmg.gv.at) und das Bundeskanzleramt – Jugend (https://www.bundeskanzleramt.gv.at) haben Infos und Anlaufstellen im Angebot.

Dazu gibt es einzelne Hotlines von Betreibern, etwa die WINWIN Spielerschutz-Hotline (https://www.winwin.at), und mit GambleAware (https://www.gambleaware.org) eine weitere Hilfsorganisation.

Was der Staat sonst noch tut

Damit du weißt, dass die Regeln nicht nur auf Papier existieren: Landesbewilligte Glücksspielautomaten, Automaten in Spielbanken und Video-Lottery-Terminals müssen an ein Datenrechenzentrum der Bundesrechenzentrum GmbH (https://www.brc.gv.at) angebunden sein. Und es gibt eine Abkühlungsphase von fünf Minuten, die Geräte nach zwei Stunden Spielzeit abschaltet. Klingt nach wenig. Ist aber real und greift automatisch.

Ein letztes Wort von mir

Ich habe irgendwann aufgehört, den „Coolen" zu spielen, der alles unter Kontrolle hat. Kontrolle ist nämlich genau das, was als Erstes weggeht — und als Letztes, was man zugibt.

Wenn du bis hierher gelesen hast, ist da wahrscheinlich ein Grund. Der Anruf bei 0800 1 37 27 00 kostet nichts. Nicht mal Würde.

Mach ihn. Heute noch.